Raster von Bürofenstern

Sanktionen, Verfahren und was tatsächlich passiert

BFSG und Bußgeld: was wirklich droht und wie ein Verfahren abläuft.

Über Sanktionen wird viel geschrieben und wenig Nachprüfbares gesagt. Diese Seite beschreibt das Verfahren so, wie es abläuft: wer eingreift, was zuerst passiert, welche Unterlagen angefordert werden, wann es teuer wird und welche Position ein Unternehmen innerhalb einer Woche erreichen kann. Keine Rechtsberatung, sondern das, was in der Praxis den Unterschied macht.

Ablauf eines VerfahrensWelche Unterlagen zählenWann es teuer wirdIn 5 Werktagen belastbar

Unterzeichnet von Europe Services SE, Prag. Keine Rechtsberatung.

Wie ein Verfahren beginnt

Wer den Ablauf kennt, trifft bessere Entscheidungen als wer nur den Bußgeldrahmen kennt.

Die verbreitete Vorstellung einer Behörde, die Websites stichprobenartig kontrolliert, entspricht nicht der Praxis. Der Anlass ist fast immer eine Person: Jemand konnte eine Bestellung nicht abschließen, ein Formular nicht absenden oder eine Buchung nicht vornehmen, hat über den Feedback-Kanal geschrieben und keine brauchbare Antwort erhalten.

Erst danach wendet sich diese Person an die zuständige Stelle, häufig mit einem Screenshot und der Adresse der Seite. Das Verfahren, das dann läuft, ist zunächst eine Nachfrage und kein Bußgeldbescheid.

Bildschirm mit eingeschränkter Lesbarkeit
Am Anfang steht immer ein Mensch, nicht eine Kontrolle.
Detail eines Aktenordners
Was danach zählt, liegt in der Akte.

Die drei Unterlagen, die angefordert werden

Immer dieselben drei, und die Qualität der Antworten entscheidet über alles Weitere.

AngefordertGute AntwortSchlechte Antwort
Die ErklärungVeröffentlicht, datiert, mit benannten offenen PunktenTextbaustein mit behaupteter vollständiger Konformität
Die NachweiseExterner Prüfbericht mit Datum, Methode und BefundenEin automatischer Punktwert oder gar nichts
Ihre Antwort an die PersonDokumentiert, innerhalb der zugesagten Frist, mit AlternativeKeine Antwort oder eine nach drei Wochen

Die dritte Zeile entscheidet häufiger über den weiteren Verlauf als die beiden ersten. Ein Verfahren, in dem die betroffene Person zügig eine brauchbare Antwort bekommen hat, endet meist mit einer Frist zur Behebung.

Wann es teuer wird

Die entscheidende Erkenntnis: nicht die Barriere kostet, sondern der Umgang damit.

Nicht durch das Vorhandensein einer Barriere. Fast jede Website hat welche, und das Gesetz verlangt Beschreibung und Abhilfe, nicht Perfektion. Teuer wird es durch vier Verhaltensweisen.

Nicht antworten

Der Feedback-Kanal existiert, aber niemand liest ihn. Aus einer technischen Frage wird ein Vorwurf über den Umgang mit Kundinnen.

Falsches behaupten

Vollständige Konformität erklären, während die Kasse eine unbenannte Schaltfläche hat. Das ist in zwei Minuten widerlegt.

Frist verstreichen lassen

Nach der Aufforderung passiert nichts. Das ist der Punkt, an dem aus einer Anordnung ein Bußgeld wird.

Nichts vorweisen können

Keine Prüfung, kein Plan, keine Historie. Dann wird alles gleichzeitig unter Zeitdruck erstellt.

Nahaufnahme einer Lupe
Vier Verhaltensweisen, nicht vier Befunde.
Unterschrift auf einem Dokument
Dokumentiert, datiert, unterschrieben.

Wenn bereits ein Schreiben vorliegt

Die Reihenfolge der nächsten Schritte entscheidet über den Verlauf.

Antworten Sie zuerst der betroffenen Person, und zwar als Mensch und nicht als Rechtsabteilung: bestätigen, was passiert ist, sagen, wie die Aufgabe heute trotzdem erledigt werden kann, und einen Termin nennen. Danach die Prüfung beauftragen, denn das zweite Schreiben, falls es kommt, fragt danach, was nach dem ersten geschehen ist.

Zwei Fehler sind an dieser Stelle teuer. Die Barriere ohne Prüfung bestreiten, was sich leicht widerlegen lässt und aus einer technischen Frage eine Frage der Redlichkeit macht. Und schweigen, während intern geklärt wird, wer zuständig ist – das liest sich von außen als Gleichgültigkeit und ist der häufigste Grund, warum eine Beschwerde eskaliert.

Braillezeile im Einsatz
Zuerst der Person antworten, dann der Behörde.
Unterzeichneter Prüfbericht
Der Nachweis, der die zweite Frage beantwortet.

Die Akte, die das Verfahren beendet

Fünf Unterlagen, und der Unterschied zwischen einer E-Mail und einem halben Jahr.

Fünf Unterlagen entscheiden, ob ein Vorgang in einer E-Mail endet oder sich über Monate zieht: der Prüfbericht mit Datum und Methode, die Befundliste einschließlich der offenen Punkte, der Maßnahmenplan mit realistischen Terminen, das Protokoll der eingegangenen Meldungen samt Antworten, und alle Fassungen der Erklärung mit Datum.

Alle fünf entstehen im Rahmen des Tarifs und werden fünf Jahre aufbewahrt. Die monatliche Nachprüfung hält die ersten beiden aktuell, sodass die Akte nicht auf dem Stand des Prüftages einfriert, während die Website sich weiterentwickelt.

690 € im Jahr für die Europäische Union, 1.290 € für drei Domains und sechs Sprachen, 1.990 € einschließlich Vereinigtem Königreich und Kanada. Fünf Werktage bis zur unterschriebenen Erklärung, sieben Tage Testphase ohne Karte. Die Einzelheiten der Prüfung stehen auf der Seite zur BFSG-Prüfung.

Die Kosten, die vor dem Bußgeld entstehen

Vier Posten, die auf keiner Rechnung stehen und trotzdem laufend bezahlt werden.

Die Diskussion über Sanktionen lenkt von dem ab, was Unternehmen tatsächlich zuerst trifft, und zwar unabhängig von jeder Behörde.

Abgebrochene Bestellungen. Eine Kasse, die ohne Maus nicht bedienbar ist, scheitert nicht nur bei Menschen mit anerkannter Behinderung, sondern auch bei jemandem mit gebrochenem Handgelenk, bei einer Person im Zug oder bei älteren Kundinnen, die mit der Tastatur arbeiten. Keine dieser Personen schreibt eine Beschwerde. Die Statistik zeigt einen abgebrochenen Warenkorb wie jeden anderen.

Support-Anrufe. Eine Bestätigung, die nicht angesagt wird, erzeugt Rückfragen. Jeder einzelne Anruf kostet mehr als die Korrektur der Ansage gekostet hätte.

Verlorene Ausschreibungen. Öffentliche Auftraggeber und große Kunden fragen zunehmend nach einem Prüfbericht. Eine fehlende Antwort wird nicht diskutiert, sondern mit null Punkten bewertet.

Interner Zeitverlust. Wenn ein Schreiben eintrifft und niemand weiß, wer zuständig ist, gehen Tage für Koordination drauf, bevor überhaupt jemand die Website öffnet.

Person am Laptop, Bewegungsunschärfe
Die teuerste Rechnung kommt selten von einer Behörde.

Was Sie selbst in zwanzig Minuten feststellen

Bevor über Risiken gesprochen wird, lohnt ein Test auf der Seite, auf der Ihr Geschäft stattfindet. Legen Sie die Maus beiseite und drücken Sie die Tabulatortaste: Erreichen Sie jedes Feld und jede Schaltfläche, und sehen Sie an jeder Station, wo Sie sind? Öffnen und schließen Sie Cookie-Banner und Dialoge: Kommen Sie wieder heraus? Senden Sie ein Formular bewusst falsch ab: Wird der Fehler benannt und der Fokus dorthin bewegt?

Scheitert einer dieser drei Punkte, ist die Frage nach dem Bußgeldrahmen zweitrangig. Dann gibt es eine Barriere, über die eine Kundin jederzeit stolpern und sich beschweren kann, und der einzige sinnvolle nächste Schritt ist, sie zu beheben.

Wer haftet: Unternehmen, Agentur, Plattform

Eine Frage, die regelmäßig falsch beantwortet wird, mit Folgen für die Reaktionszeit.

Die Pflicht trifft den Anbieter der Dienstleistung. Das ist der Punkt, an dem viele Gespräche mit Agenturen und Plattformanbietern enden, bevor sie richtig begonnen haben, denn vertragliche Regressansprüche und behördliche Pflichten sind zwei verschiedene Dinge.

Praktisch bedeutet das: Wenn der Bezahlschritt einer Plattform nicht bedienbar ist, kommt das Schreiben trotzdem zu Ihnen, weil Sie die Bestellung entgegennehmen. Ob Ihr Anbieter Ihnen gegenüber haftet, ist eine Frage des Vertrags und in aller Regel ein langsamerer Weg als die Frist, die in dem Schreiben steht.

Daraus folgt eine unspektakuläre, aber wirksame Empfehlung: Melden Sie Befunde, die einen Dienstleister betreffen, schriftlich und mit Datum. Das schafft eine Historie, die sowohl gegenüber der Behörde als auch gegenüber dem Anbieter nützlich ist, und häufig bewegt sich etwas, weil Sie nicht die einzige Kundin sind, die fragt.

Die Position, die Sie in einer Woche erreichen

Scan heute, Beauftragung heute, Prüfung läuft. Nach fünf Werktagen steht die unterschriebene Erklärung online, beschreibt die Website so, wie sie ist, benennt die offenen Punkte und die Alternativen, und der Feedback-Kanal erreicht eine benannte Person. Parallel liegt der Prüfbericht bei Ihrer Entwicklung, sortiert nach dem, was eine Person nicht tun kann.

Das ist keine Perfektion und niemand sollte sie versprechen. Es ist der Unterschied zwischen einem Unternehmen, das auf ein behördliches Schreiben mit einer Akte antwortet, und einem, das anfängt zu suchen. Der Abstand zwischen beiden Positionen beträgt fünf Werktage und einen festen Jahresbetrag.

Die Bewertung der Behörde im Einzelfall

Fünf Gesichtspunkte, die den konkreten Betrag bestimmen.

Ein Bußgeldrahmen sagt wenig über den konkreten Betrag. Behörden bewerten regelmäßig nach denselben Gesichtspunkten, und alle davon können Sie beeinflussen, bevor das Verfahren beginnt.

Schwere der Barriere. Ob eine Aufgabe unmöglich oder nur mühsam ist, macht den größten Unterschied. Eine Kasse, die nicht bedienbar ist, wiegt schwerer als ein dekoratives Bild mit überflüssigem Alternativtext.

Dauer. Ein Mangel, der seit Jahren besteht und dokumentiert gemeldet wurde, wird anders bewertet als einer, der bei einem Update entstanden ist und in der nächsten Nachprüfung auffiel.

Mitwirkung. Wer fristgerecht antwortet, Unterlagen vorlegt und einen Plan nennt, steht anders da als ein Unternehmen, das schweigt.

Größe und Mittel. Von einem großen Händler wird mehr erwartet als von einem kleinen Anbieter mit denselben technischen Möglichkeiten.

Wiederholung. Derselbe Mangel nach einer Frist erneut, ohne Erklärung, ist der Punkt, an dem aus einer Anordnung eine Zahlung wird.

Vier dieser fünf Kriterien werden durch eine dokumentierte Prüfung und eine ehrliche Erklärung verbessert. Das ist die nüchterne Begründung dafür, warum die Akte wichtiger ist als die Formulierung.

Makroaufnahme von Braillepunkten
Fünf Kriterien, vier davon in Ihrer Hand.

Was in anderen Ländern passiert

Relevant, sobald Sie über die deutsche Grenze hinaus verkaufen.

Das BFSG setzt eine europäische Richtlinie um, und die Nachbarstaaten haben dieselbe Vorgabe in eigene Gesetze gegossen. Die Anforderungen sind inhaltlich gleich, die Verfahren nicht: andere Behörden, andere Fristen, andere Bußgeldrahmen, andere Sprachen für die Erklärung.

Für ein Unternehmen, das in mehrere Märkte verkauft, führt das zu einer nüchternen Schlussfolgerung. Es lohnt nicht, Land für Land zu überlegen, wo die Durchsetzung gerade aktiv wirkt. Eine Prüfung, eine ehrliche Erklärung in den Sprachen, in denen Sie tatsächlich verkaufen, und eine Akte, die aktuell gehalten wird, beantworten die Nachfrage derjenigen Behörde, die sich zuerst meldet — und Sie wissen vorher nicht, welche das ist.

Genau dafür ist der Tarif mit drei Domains und sechs Sprachen gedacht, und der umfassende Tarif zusätzlich für das Vereinigte Königreich und Kanada mit einem einzigen Verlängerungstermin. Details zum europäischen Rahmen stehen auf der Seite zum European Accessibility Act.

Fragen zu Sanktionen

Drohen bei Verstößen gegen das BFSG Bußgelder?

Ja. Das Gesetz sieht Bußgelder vor, daneben Anordnungen zur Herstellung der Barrierefreiheit und im Extremfall die Untersagung des Angebots.

Wie hoch können sie ausfallen?

Der Rahmen ist gesetzlich festgelegt und richtet sich nach Art und Schwere des Verstoßes. Die Höhe im Einzelfall bestimmt die Behörde.

Wird sofort ein Bußgeld verhängt?

In der Regel nicht. Üblich ist zuerst eine Aufforderung zur Abhilfe mit Frist.

Wer verhängt es?

Die zuständige Marktüberwachungsstelle, abhängig von Produkt beziehungsweise Dienstleistung.

Wie beginnt ein Verfahren?

Fast immer mit einer Beschwerde, nicht mit einer Routinekontrolle.

Was wird zuerst angefordert?

Die veröffentlichte Erklärung, die Nachweise dahinter und Ihre Antwort an die betroffene Person.

Schützt eine ehrliche Erklärung?

Sie verbessert die Lage erheblich, weil sie zeigt, dass geprüft wurde und dass die offenen Punkte bekannt und terminiert sind.

Schadet eine falsche Erklärung?

Ja. Eine behauptete vollständige Konformität, die sich in zwei Minuten widerlegen lässt, verschlechtert die Position.

Haftet die Agentur?

Vertraglich vielleicht. Die Pflicht trifft das Unternehmen, das die Dienstleistung anbietet.

Hilft eine unverhältnismäßige Belastung?

Nur als dokumentierte, wiederholte Bewertung für einen konkreten Punkt, nicht als pauschale Aussage.

Was ist mit Abmahnungen durch Wettbewerber?

Das ist eine eigenständige Frage des Wettbewerbsrechts und unabhängig vom behördlichen Verfahren; dazu berät eine Anwältin.

Wie schnell kann ich eine belastbare Position erreichen?

Fünf Werktage bis zur unterschriebenen Erklärung, danach Behebung der blockierenden Punkte.

Was kostet die Prüfung?

690 € im Jahr für die EU, 1.290 € für drei Domains und sechs Sprachen, 1.990 € inklusive UK und Kanada.

Gibt es eine Testphase?

Sieben Tage, ohne Karte.

Beheben Sie die Mängel?

Nein. Wir prüfen, dokumentieren und unterschreiben.

Wer unterschreibt?

Europe Services SE, Prag, IČO 03571785.

Was gehört in die Akte?

Prüfbericht, Befundliste, Maßnahmenplan, Feedback-Protokoll und alle Fassungen der Erklärung.

Womit fangen wir an?

Mit dem kostenlosen Scan und danach der Beauftragung.