
WCAG 2.2 AA · Tastatur, Screenreader, Kontrast, Formulare
BFSG-Prüfung: von Hand, nicht von einem Werkzeug.
Ein automatischer Test liefert eine Zahl. Was er nicht liefert, ist die Antwort auf die eigentliche Frage: Kann jemand ohne Maus bei Ihnen bestellen. Diese Seite beschreibt, was in fünf Werktagen geprüft wird, wie die Befunde sortiert sind, was Ihr Team damit anfängt und woran man eine ernsthafte Prüfung von einer Rechnung mit Prüfsiegel unterscheidet.
Zugangsdaten bleiben beim Prüfer. Nichts wird auf Ihrer Website installiert.
Ablauf der fünf Tage
Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Die blockierenden Barrieren sollen am zweiten Tag auf dem Tisch liegen und nicht am letzten.
- Tag eins, Umfang. Wir stimmen Vorlagen und Abläufe ab, erhalten eventuelle Zugangsdaten und lassen den automatischen Durchlauf laufen, damit die offensichtlichen Mängel schon erfasst sind.
- Tag zwei, Tastatur. Der gesamte Weg ohne Maus: Reihenfolge, sichtbarer Fokus, Sprungmarken, Menüs, Dialoge, Tabellen, Bestellstrecke bis zur Bestätigung.
- Tag drei, Screenreader. Dieselben Wege mit assistiver Technik: Namen, Rollen, Zustände, Meldungen, Zuordnung von Fehlern zu Feldern, Lesereihenfolge gegen visuelle Reihenfolge.
- Tag vier, Darstellung. Kontrastwerte in allen Zuständen, 400 % Zoom, Umbruch bei 320 Pixeln, Textabstände, Bewegung, Zeitlimits, Zielgrößen.
- Tag fünf, Bericht. Befunde nach Kriterium und Priorität, Erklärung daraus geschrieben, Unterschrift, Prüfcode, Übergabe.


Wie Befunde bewertet werden
Eine Liste mit zweihundert Punkten ohne Reihenfolge nützt keinem Entwicklungsteam. Jeder Befund trägt eine Stufe, und sie richtet sich nach der Nutzerin.
| Stufe | Bedeutung für die Nutzerin | Beispiel | Wann beheben |
|---|---|---|---|
| Blockierend | Die Aufgabe ist nicht durchführbar | Bestellbutton ohne Tastatur erreichbar | Sofort |
| Schwerwiegend | Durchführbar, aber unzuverlässig | Fehlermeldungen nur farblich | Im laufenden Sprint |
| Mittel | Mehr Aufwand, Verwirrung, Zeitverlust | Überschriftenebenen springen | Nächstes Release |
| Gering | Auffällig, aber nicht hinderlich | Dekoratives Bild mit überflüssigem Alternativtext | Bei Gelegenheit |
Die Reihenfolge richtet sich nach der betroffenen Person, nicht nach dem Aufwand der Behebung. Ein Bericht, der nach Kriteriennummern sortiert, wird selten abgearbeitet.
Was ein automatischer Test nicht sehen kann
Fünf Bereiche bleiben jedem Werkzeug verschlossen, und es sind ausgerechnet die, in denen Aufgaben scheitern.
Tastaturfallen
Dialoge und Banner, die den Fokus übernehmen und nicht zurückgeben. Im Code ist nichts falsch, in der Bedienung alles.
Benennung von Bedienelementen
Ob „Schaltfläche“ oder „In den Warenkorb“ angesagt wird, entscheidet über den Kauf.
Fehlerbehandlung
Ob eine Meldung dem Feld zugeordnet ist und angesagt wird, prüft kein Scanner zuverlässig.
Lesereihenfolge
Sie ergibt sich aus dem Quelltext, nicht aus der Optik, und Abweichungen fallen erst beim Hören auf.
Bereiche hinter dem Login
Der Teil, in dem die Dienstleistung stattfindet, ist für öffentliche Scanner unsichtbar.


Woran Sie eine ernsthafte Prüfung erkennen
Vier Angaben unterscheiden einen Prüfbericht von einer Rechnung mit Siegel. Erstens ein Datum und eine Versionsangabe der Norm, damit klar ist, worauf sich das Ergebnis bezieht. Zweitens die Methode: welche assistive Technik, welche Browser, welche Abläufe. Drittens die Liste der offenen Punkte, denn ein Bericht ohne Befunde ist bei einer Erstprüfung praktisch immer ein Hinweis auf mangelnde Tiefe. Viertens eine benannte Person oder ein benanntes Unternehmen, das unterschreibt.
Fehlt eines davon, ist das Dokument im Zweifel wertlos, gerade dann, wenn es am dringendsten gebraucht wird: bei einer Ausschreibung oder nach einer Beschwerde.
Nach dem Bericht
Ein Bericht, der einmal gelesen und abgelegt wird, hat nichts verändert. Deshalb ist der Übergang in die tägliche Arbeit Teil der Leistung.
Die Befunde sind so geschrieben, dass sie ohne Übersetzung in ein Ticketsystem übernommen werden können: Seite, Komponente, was nicht möglich ist, welche Änderung nötig ist, welche Priorität. Der Teil, der keine Entwicklung braucht – Alternativtexte, Linktexte, Überschriften, Tabellen als Bild – ist getrennt ausgewiesen und geht direkt an die Redaktion.
Anschließend läuft die monatliche Nachprüfung. Jeder Durchlauf wird mit dem vorherigen verglichen, sodass eine Regression nach einem Theme- oder Plugin-Update innerhalb von Wochen auffällt und nicht erst bei der nächsten Beschwerde. Die Erklärung wird neu ausgestellt, sobald sich etwas Wesentliches ändert. Wie das Dokument aufgebaut ist, steht auf der Seite zur Barrierefreiheitserklärung.


Preise und Start
Alles enthalten, ein Jahrespreis, keine Angebotsphase und kein Gespräch, bevor Sie die Zahl erfahren.
690 € im Jahr für die Europäische Union, 1.290 € für drei Domains und sechs Sprachen, 1.990 € einschließlich Vereinigtem Königreich und Kanada mit einem Verlängerungstermin. Enthalten sind die Prüfung, der Bericht, die unterschriebene Erklärung, der öffentliche Prüfcode, der Feedback-Kanal, die monatliche Nachprüfung und fünf Jahre Archiv. Die Verlängerung ist 20 % günstiger.
Beginnen Sie mit dem kostenlosen Scan. Er kostet nichts, verlangt keine Karte und sagt Ihnen in zwei Minuten, ob Sie es mit einem überschaubaren oder einem strukturellen Problem zu tun haben. Danach dauert die Beauftragung etwa zehn Minuten, und die Prüfung beginnt am selben Tag.
Zehn Befunde, die fast immer auftauchen
Unabhängig von Branche, Budget und Technik wiederholen sich dieselben zehn Punkte. Wer sie kennt, kann vorab selbst nachsehen.
Kein sichtbarer Fokus. Der Rahmen wurde aus gestalterischen Gründen entfernt. Wer mit der Tastatur navigiert, tappt im Dunkeln.
Cookie-Banner mit Fokusfalle. Der Banner erscheint, nimmt den Fokus und gibt ihn nicht zurück. Das erste Element der Seite blockiert alles dahinter.
Symbolschaltflächen ohne Namen. Lupe, Warenkorb, Schließen. Angesagt wird „Schaltfläche“, mehr nicht.
Platzhalter statt Beschriftung. Sobald getippt wird, ist die Beschriftung weg. Betrifft auch alle, die ein Formular unterbrechen und später fortsetzen.
Fehlermeldungen ohne Zuordnung. Roter Text über dem Formular, nicht mit dem Feld verknüpft, nicht angesagt. Die Bestellung scheitert mehrfach ohne erkennbaren Grund.
Selbst gebaute Auswahlfelder. Für die Optik nachgebaut, ohne das Tastaturverhalten, das das native Element mitgebracht hätte.
Bildergalerien nur mit Wischgeste. Ohne Alternative für Tastatur und ohne Beschriftung der Steuerelemente.
Text in Grafiken. Größentabellen, Preisübersichten, Hinweise. Für assistive Technik nicht vorhanden.
Statusmeldungen ohne Live-Bereich. „In den Warenkorb gelegt“ erscheint visuell und bleibt akustisch stumm.
Zeitlimits ohne Verlängerung. Der Warenkorb läuft ab, während jemand mit Spracheingabe die Adresse einträgt.

Was die Prüfung für den Verkauf bedeutet
Die rechtliche Seite ist der Anlass, aber nicht der einzige Nutzen. Eine Kasse, die ohne Maus nicht bedienbar ist, scheitert nicht nur bei Menschen mit einer anerkannten Behinderung: auch bei jemandem mit gebrochenem Handgelenk, bei einer Person im Zug mit einer Hand am Haltegriff, bei älteren Kundinnen, die aus Gewohnheit mit der Tastatur arbeiten. Niemand davon schreibt eine Beschwerde. Sie brechen ab, und die Statistik zeigt einen abgebrochenen Warenkorb wie jeden anderen.
Deshalb wirken die meisten Korrekturen doppelt: Beschriftungen senken die Fehlerquote in Formularen für alle, angesagte Summen senken die Zahl der Rückfragen im Support, ein sichtbarer Fokus verringert Fehlklicks. Bezahlt wird die Prüfung als Pflichtaufgabe, sichtbar wird sie oft zuerst im Trichter.
Shop, Buchung, Portal: was jeweils zuerst geprüft wird
Onlineshop. Zuerst die Kasse, dann Varianten und Warenkorb, dann Suche und Filter. Der Grund ist einfach: Die Kasse bündelt Formulare, Fehlerbehandlung, Zeitlimits und einen fremden Bezahlschritt, und dort entscheidet sich, ob eine Bestellung zustande kommt oder nicht.
Buchungsseite. Zuerst Kalender und Zeitauswahl. Datumsauswahlen sind die häufigste blockierende Komponente auf Buchungsseiten, weil sie fast immer nachgebaut und selten mit der Tastatur getestet werden.
Kundenportal. Zuerst Anmeldung und die drei Aufgaben, die täglich erledigt werden. Genau hier findet die Dienstleistung statt, und genau hier sieht ein öffentlicher Scanner nichts.
Unternehmenswebsite. Zuerst Kontakt- und Bewerbungsformulare. Ein Bewerbungsformular, das nicht abgeschickt werden kann, ist arbeitsrechtlich der heikelste Befund überhaupt.
In jedem Fall wird der Ablauf vollständig durchgespielt, nicht seitenweise abgehakt. Eine Seite kann für sich genommen fehlerfrei sein und trotzdem Teil eines Ablaufs, der nicht zu Ende geführt werden kann.
Zusammenarbeit mit Ihrer Agentur
Der Bericht ist so formuliert, dass er ohne Umschreiben weitergegeben werden kann. Das hat einen handfesten Vorteil bei der Beauftragung: Wer aus einer Liste konkreter Änderungen kalkuliert, nennt einen Preis. Wer aus einem maschinellen Punktwert kalkuliert, nennt ein Projekt.
Es schützt auch in die andere Richtung. Wenn die Agentur sagt, etwas sei technisch nicht möglich, ist der Befund präzise genug, um das zu prüfen, und die Erklärung kann die Einschränkung ehrlich festhalten, statt sie zu verschweigen. In beiden Fällen entsteht ein Dokument, das zur Website passt – die einzige Fassung, die zu veröffentlichen sich lohnt.
Was Sie selbst in zwanzig Minuten herausfinden
Bevor Sie irgendetwas beauftragen, lohnt ein eigener Durchgang auf der Seite, auf der Ihr Geschäft stattfindet – nicht auf der Startseite, die auf fast jeder Website die am besten gebaute und damit am wenigsten aussagekräftige Seite ist.
Legen Sie die Maus außer Reichweite. Drücken Sie vom Anfang der Seite an wiederholt die Tabulatortaste. Erreichen Sie jeden Link, jede Schaltfläche und jedes Feld, und zwar in einer Reihenfolge, die zu dem passt, was Sie sehen? Sehen Sie an jeder Station, wo Sie gerade sind? Öffnen und schließen Sie Menü, Dialog und Cookie-Banner: Lässt sich alles mit Enter oder Leertaste bedienen, mit Escape schließen, und landen Sie danach wieder dort, wo Sie waren?
Senden Sie anschließend ein Formular bewusst falsch ab. Steht die Fehlermeldung sichtbar, benennt sie das Feld, sagt sie, was zu tun ist, und springt der Fokus dorthin? Zoomen Sie zuletzt auf 200 und dann auf 400 Prozent: Fließt der Inhalt um, oder überlappt und verschwindet er?
Wenn diese vier Punkte auf Ihrer wichtigsten Seite funktionieren, ist die Lage vermutlich überschaubar. Scheitert einer davon, wissen Sie bereits, was eine Prüfung ergeben wird, und die Frage ist nur noch, in welcher Reihenfolge behoben wird.

Nach der Behebung: der Nachweis, der bleibt
Viele Unternehmen behandeln Barrierefreiheit als Projekt mit Anfang und Ende. Das hält selten länger als zwei Releases. Eine Website verändert sich, weil ein Plugin aktualisiert wird, weil das Marketing ein Pop-up einbaut, weil eine Kampagnenseite online geht, und jede dieser Änderungen kann einen behobenen Befund zurückbringen, ohne dass es jemandem auffällt.
Deshalb ist die monatliche Nachprüfung Bestandteil des Tarifs und nicht ein Zusatz. Über ein Jahr entsteht damit etwas, das wertvoller ist als ein einzelner Bericht: eine datierte Historie darüber, was geprüft, was gefunden, was behoben wurde und wann. Wenn eine Behörde schreibt oder ein Großkunde nachfragt, ist genau diese Historie die Antwort, und sie ist fünf Jahre lang abrufbar, ohne dass irgendjemand etwas rekonstruieren muss.
Wer die Prüfung zwei oder drei Jahre laufen lässt, erreicht in der Regel den Punkt, an dem das monatliche Ergebnis aus einer einzigen Zeile besteht: nichts verändert. Genau dafür wird bezahlt – nicht für ein Dokument, sondern für das Ausbleiben einer Überraschung.
Fragen zur Prüfung
Was ist eine BFSG-Prüfung?
Eine strukturierte Untersuchung Ihrer Website gegen die Kriterien der WCAG 2.2 auf Stufe AA, größtenteils von Hand mit Tastatur und Screenreader.
Reicht ein automatischer Test?
Nein. Automatische Werkzeuge finden etwa ein Drittel der Probleme, vor allem fehlende Alternativtexte und Kontrastfehler.
Welche Seiten werden geprüft?
Eine repräsentative Auswahl: Startseite, Kategorie- und Produktseite, Formulare, Bestell- oder Buchungsstrecke, Login, Kontakt und rechtliche Seiten.
Wie lange dauert die Prüfung?
Fünf Werktage ab vollständigem Formular.
Brauchen Sie Zugangsdaten?
Nur für Bereiche hinter einem Login, die mitgeprüft werden sollen.
Was erhalten wir am Ende?
Einen Prüfbericht nach Priorität, die unterschriebene Barrierefreiheitserklärung und einen öffentlich überprüfbaren Code.
Beheben Sie die Fehler?
Nein. Wir prüfen und dokumentieren; die Umsetzung übernimmt Ihr Team oder Ihre Agentur.
Wie sind die Befunde sortiert?
Nach dem, was eine Person nicht tun kann: blockierend, schwerwiegend, mittel, gering.
Was ist ein blockierender Befund?
Eine Barriere, die eine Aufgabe unmöglich macht, etwa eine Kasse, die ohne Maus nicht bedienbar ist.
Prüfen Sie auch mobil?
Ja, Layout, Zielgrößen, Zoom und Ausrichtung gehören dazu.
Prüfen Sie Dokumente?
Dokumente werden benannt, wenn sie Teil der Dienstleistung sind. Die Aufbereitung von Dokumenten ist nicht enthalten.
Prüfen Sie native Apps?
Nein, dafür gilt andere Normung; das wird getrennt angeboten.
Wie oft wird nachgeprüft?
Monatlich, im Jahrespreis enthalten.
Was kostet es?
690 € im Jahr für die EU, 1.290 € für drei Domains und sechs Sprachen, 1.990 € inklusive UK und Kanada.
Gibt es eine Testphase?
Sieben Tage, ohne Karte.
Wer unterschreibt das Ergebnis?
Europe Services SE, Prag.
Was, wenn viele Befunde offen bleiben?
Die Erklärung benennt sie und nennt die Alternativen. Das ist zulässig und glaubwürdiger als eine Behauptung.
Wie starten wir?
Mit dem kostenlosen Scan, danach mit der Beauftragung.